Die Stiftungsformen im Überblick

Der Begriff der Stiftung ist allgemein geläufig. Doch anders sieht es aus, wenn es um die jeweiligen Ausgestaltungen der verschiedenen Stiftungsformen geht. So, wie es kaum ein Duo für Flöte und Posaune gibt, eignet sich für den Wunsch nach Beständigkeit von Vermögen, Unternehmensnachfolge und Familienzusammenhalt nicht jede Stiftungsform gleich gut.

Die Unterschiede von privatrechtlicher und öffentlich-rechtlicher Stiftung

Als Erstes wird festgestellt, ob es sich um eine privatrechtliche oder öffentlich-rechtliche Stiftung handelt. Diese Unterscheidung richtet sich nach der Art ihrer Entstehung. Die privatrechtliche Stiftung benötigt in der Regel eine staatliche Anerkennung sowie eine privatrechtliche Willenserklärung des Stifters. Die öffentlich-rechtliche Stiftung dagegen entsteht durch ein Gesetz oder ein Verwaltungsakt, also durch das Handeln einer Behörde.

 

Schon bei dieser ersten Unterscheidung ist es wichtig auf die richtigen Begrifflichkeiten zu achten. Es existiert auch die „öffentliche Stiftung“. Anders als es ihr Name vermuten lässt, ist sie nicht unbedingt eine Stiftung auf dem Gebiet des öffentlichen Rechtes, sondern es kann sich dabei auch um eine privatrechtliche Stiftung handeln, die nicht ausschließlich private, sondern auch öffentliche Zwecke verfolgt. Der Begriff der „öffentlichen Stiftung“ wird z.B. in den Landesgesetzen von Bayern und Rheinland-Pfalz verwendet.

Die Gemeinsamkeiten aller Stiftungsformen

Gemeinsam ist allen Stiftungsformen, dass die Organe in fachlichen Fragen grundsätzlich freien Entscheidungsspielraum haben. Falls – was bei einigen Stiftungstypen sogar gänzlich entfällt – die Stiftung überhaupt der Aufsicht der Stiftungsbehörde unterliegt, geschieht dies nur im Sinne der sogenannten Rechtsaufsicht. D.h. die Behörde prüft lediglich, ob die Stiftungssatzung und die Gesetze eingehalten werden.

 

Grundsätzlich stehen fast alle Stiftungsformen auch im Zusammenhang mit Steuerbelastungen, z.B. der Schenkungs-, Erbersatz- und Körperschaftssteuer. Im Gegensatz zu anderen rechtlichen Gestaltungen kann aber in den meisten Fällen von Steuerfreibeträgen profitiert werden. Als gutes Beispiel dafür dient die gemeinnützige Stiftung, die mit erheblichen Steuerbefreiungen einhergeht. Sie ermöglicht es, steuerlich abzugsfähige Zuwendungen zu erhalten.

Um die unterschiedlichen Stiftungsformen greifbarer zu machen, möchten wir Ihnen die spezifischen Merkmale der einzelnen Stiftungsformen vorstellen.  


Der Charakter einzelner Stiftungsformen

Die Treuhandstiftung

Bei der nicht rechtsfähigen Stiftung oder auch Treuhandstiftung handelt es sich um kein Rechtssubjekt. Der Begriff der Treuhandstiftung mag daher in die Irre leiten. Er beschreibt lediglich das rechtliche Verhältnis, das zwischen einem Stifter und dem Empfänger eines vom Stifter zugewendeten Vermögens entsteht. Dabei kann Vermögen in jeglicher Form, z.B. eine Immobilie, ein Kunstwerk oder Barvermögen, auf eine natürliche oder juristische Person übertragen werden.


Zur Stiftung macht diese Übertragung der Umstand, dass der Stifter dem Empfänger eine bestimmte Art der Verwaltung aufgibt und ihn damit zum Treuhänder macht. Gleichzeitig wird das übertragene Vermögen nicht dem Vermögen des Empfängers zugerechnet, sondern ist davon getrennt zu betrachten.

 

Damit der Stifter die ordnungsgemäße Verwaltung in seinem Sinne auch noch über seinen Tod hinaus sicherstellen kann, trifft er mit dem Treuhänder eine Treuhandvereinbarung. Insofern unterscheidet sich die Treuhandstiftung nicht von einer rechtsfähigen Stiftung, da sie einen eigenen Namen sowie eine Satzung erhält. Meist umfassten diese Treuhandvereinbarung bzw. die Stiftungssatzung die Pflicht des Treuhänders, den Wert des Vermögensgegenstands zu erhalten oder seine Erträge zu einem bestimmten Zweck zu verwenden.

 

Das Modell der Treuhandstiftung bietet sich immer dann an, wenn bezogen auf einen bestimmten Vermögensgegenstand Verfügungen gewünscht sind und dieser explizite Wert erhalten werden soll. Der Stifter vermeidet so die Errichtung einer Stiftung mit umfassenden Überlegungen zur Struktur- und Satzungserstellung. Hinzu kommt, dass die Treuhandstiftung nicht der staatlichen Aufsicht unterliegt. Sie bedarf keiner staatlichen Anerkennung und wird umfassend durch den Treuhänder nach außen hin vertreten, ohne dass es der Einrichtung von Organen bedarf.

Die Treuhandstiftung bietet sich aus den genannten Gründen nicht als Alternative zur Unternehmensnachfolge und für die Sicherung von Familienvermögen an: Da sie nicht selbst rechtsfähig ist und zudem nur auf die Verwaltung eines bestimmten Stiftungsvermögens bezogen ist, bietet die Treuhandstiftung nicht die nötige Flexibilität wie es z.B. durch die Familienstiftung möglich wäre.

 

Stifter sollten sich darüber bewusst sein, dass auf den ersten Blick umfangreiche Überlegungen zu einer Satzungserstellung gerade ihre Zeit und den Einsatz wert sind, da so nicht nur Vermögen, sondern auch vom Stifter gewollte Strukturen und Verhältnisse aufrechterhalten werden können. 


Die Familienstiftung

Die Familienstiftung ist eine Unterform der rechtsfähigen Stiftung des Privatrechts. Sie wird grundsätzlich auf unbegrenzte Dauer errichtet. Damit zeigen sich ihre Vorteile vor allem im unternehmerischen Bereich, in dem eine Zersplitterung durch unvorhergesehene Lebensereignisse oder anderem Zugriff von außen vermieden werden soll.
Gleichzeitig dient sie dem Stifter dazu, die zu Lebzeiten bestehenden Familienstrukturen, Prinzipien sowie seine Lebensphilosophie fortzuführen. Die Möglichkeit, diese ideellen Werte zu verwirklichen und durch Zuwendungen von Seiten der Familienstiftung umzusetzen, mag den ein oder anderen überraschen.
 
Es ist gerade diese gelebte Familienverbundenheit, die der Familienstiftung ihren Namen und ihren Charakter gibt. Die Voraussetzung für die Anerkennung als Familienstiftung durch die Aufsichtsbehörde ist daher auch das ausschließliche oder zumindest überwiegende Dienen zum Wohl der Familie oder ihrer Mitglieder.

Diese Unterstützung kann dabei ganz unterschiedlich und angepasst an die persönlichen Werte und Ansichten des Stifters sein. In der Praxis besteht sie aus Zuwendungen im Notfall oder in bestimmten Lebenslagen, der Möglichkeit für Familienmitglieder, sich durch bestimmte Zuwendungen Lebensträume zu verwirklichen oder eine bestimmte Ausbildung zu genießen.


Die Gestaltung der Familienstiftung kann sehr individuell geschehen. So können Zahlungen allgemein an Familienmitglieder getätigt oder aber abhängig von bestimmten Situationen oder Gegenleistungen gemacht werden.

Die Familienstiftung unterliegt dem Anerkenntniserfordernis, aber nur einer geringen Kontrolle durch die Stiftungsaufsicht. Durch sie soll sichergestellt werden, dass die Stiftung durch ihre Handlungen nicht gegen gesetzlich geschützte öffentliche Interessen verstößt. In allen weiteren Punkten vertraut auch die Aufsichtsbehörde auf die interne Familienkontrolle, die durch die Bildung von Organen wie Familienversammlungen oder einem Aufsichtsrat möglich ist.

 

Vergleicht man ihre Möglichkeiten mit der Gestaltung durch testamentarische Verfügungen seien an dieser Stelle die steuerlichen Möglichkeiten erwähnt: Im Gegensatz zu der bei einem Erbfall anfallenden Erbschaftssteuer wird in der Familienstiftung nur alle 30 Jahre die sogenannte Erbersatzsteuer fällig. Diese wird fiktiv so berechnet, als würde das Vermögen auf zwei natürliche Personen der Steuerklasse I aufgeteilt werden. Zudem ist es möglich, diese Steuer auf 30 entsprechend kleine und verzinste Jahresbeiträge aufzuteilen. So wird durch die Familienstiftung eine spätere Steuerbelastung beim Tod des Stifters planbar. Weiterführende Informationen zur Familienstiftung finden Sie hier


Die gemeinnützige Stiftung

Bei der gemeinnützigen Stiftung handelt es sich ebenfalls um eine Unterform der rechtsfähigen Stiftung des Privatrechts. Ihre Besonderheit liegt in ihrem ausschließlichen Nutzen für die Allgemeinheit, den z.B. eine Familienstiftung durch die Begünstigung von deren Mitgliedern nicht aufweist. Als dem allgemeinen Wohl dienende Zwecke sind z.B. die Wissenschaft, Kultur, soziale Projekte und Hilfseinrichtungen, der Sport oder das wirtschaftliche Wohl der Allgemeinheit anerkannt. Wichtig ist hier, dass der Kreis der Begünstigten offengehalten werden muss. Eine ausschließliche Förderung der Mitarbeiter oder der Familie gilt nicht als gemeinnützig.

 

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass trotz dieser Vorgaben ein Teil des Stiftungsertrages für die Versorgung und Pflege des Stifters und dessen enger Familienangehöriger verwendet werden darf, ohne dass die Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt aberkannt wird. Allerdings gibt es hierfür strenge Anforderungen. 

Die gemeinnützige Stiftung genießt zahlreiche Steuerbefreiungen. Für ihre Errichtung sind auch hier die Anerkennung durch die Stiftungsaufsichtsbehörde sowie die Erstellung einer Satzung notwendig. Gleichzeitig muss das Finanzamt die Gemeinnützigkeit bestätigen, um von den Steuererleichterungen zu profitieren.


Allein durch eine entsprechende Satzung ist noch kein ausreichender Grundstein für die Gemeinnützigkeit der Stiftung gelegt. Vielmehr muss der Gedanke, selbstlos der Allgemeinheit zu dienen, auch aktiv gelebt werden. Das bedeutet, dass auch die tatsächliche Umsetzung des Gemeinnützigkeitsgedanken nötig ist. Die Aufsichtsbehörde prüft dies in regelmäßigen Abständen. Sollte sich herausstellen, dass die Kriterien für eine gemeinnützige Stiftung nicht mehr aufrechterhalten werden können, entfallen die Befreiungen rückwirkend und können empfindliche Nachforderungen durch das Finanzamt sowie haftungs- und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

 

In unserer Beratungspraxis haben wir einen solchen Fall jedoch noch nicht erlebt. Vielmehr ist der Grundgedanke, eigenes Vermögen für einen guten Zweck einzusetzen, bei allen Stiftern in der Regel stark ausgeprägt. Dies schlägt sich in den verschiedensten Förderungen durch, so z.B. im Bereich der Jugend- und Altenhilfe, der Umwelt oder der Unterstützung von Musikern. Unternehmern bietet sich durch die Errichtung einer gemeinnützigen Stiftung gleichzeitig die hervorragende Gelegenheit, als Vorbild für die Gesellschaft zu dienen.


Die gemeinnützige Beteiligung eines Stifters am Allgemeinwohl ist auch aus öffentlichkeitswirksamen Gesichtspunkten nicht zu missachten. Der Stifter kann seine persönlichen Ideale durch die Errichtung einer gemeinnützigen Stiftung in die Gesellschaft einbringen.


Die mildtätige Stiftung

Als Untertyp der gemeinnützigen Stiftung gilt die mildtätige Stiftung. Sie entspricht ihrem Wesen und dem Grundgedanken nach der gemeinnützigen Stiftung, unterscheidet sich jedoch im Kreis der Begünstigten. So muss hier nicht die Allgemeinheit begünstigt sein, sondern es ist ausreichend, wenn nach dem Stiftungszweck und der tatsächlichen Umsetzung bedürftige Personen gefördert werden. Als bedürftig werden solche Menschen angesehen, die wegen eines körperlichen, geistigen oder seelischen Gebrechens auf die Hilfe anderer Personen angewiesen oder aber wirtschaftlich nicht in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen.

 

Genauso wie bei der gemeinnützigen Stiftung muss gegenüber dem Finanzamt die Mildtätigkeit zur steuerlichen Begünstigung nachgewiesen werden. 


Die kirchliche Stiftung

Unter dem Oberbegriff der gemeinnützigen Stiftungen lassen sich auch die kirchlichen Stiftungen fassen. Obwohl sie in den meisten Fällen privatrechtlich organisiert sind, ist auch eine öffentlich-rechtliche Errichtung möglich. Ihren charakteristischen Aufbau erhalten sie durch die enge Eingliederung in die jeweilige Organisation der Kirche, deren Zwecke sie fördern.

 

Die Aufsicht über die Einhaltung der kirchlichen Zwecke hat hier im Gegensatz zur gemeinnützigen oder mildtätigen Stiftung die kirchliche Stiftungsaufsicht inne.

Als Zweck der kirchlichen Stiftung ist alles denkbar, was dem Leitbild der Kirche dient oder praktisch nur in Verbindung mit der Kirche erfüllt werden kann, aber auch die Erhaltung von kirchlichem Kulturgut oder ihren Gebäuden.


Die Doppelstiftung

Die Doppelstiftung umschreibt das Nebeneinanderbestehen von Familienstiftung und gemeinnütziger Stiftung. Der Sinn hinter dieser Konstruktion liegt in der Synergie der Vorteile beider Stiftungsvarianten.

Zum einen kann der Stifter dadurch den Vorteil des engen Unternehmensverbundes, seinen persönlichen Einfluss und die Gestaltungsmöglichkeit in der Familienstiftung nutzen. Auf der anderen Seite kommen ihm die Steuervorteile der Gemeinnützigkeit zugute.

 

Um diese Vorteile bestmöglich auszugestalten und zum Beispiel der Familienstiftung die Steuerung des Unternehmens, der gemeinnützigen Stiftung hingegen die Vermögensrechte zu überlassen, ist für die Errichtung von zwei Stiftungen auch die Erarbeitung von zwei Satzungen notwendig. Hier wird deutlich, dass das Konstrukt der Doppelstiftung sich zwar steuerlich anbietet, jedoch auch einen erhöhten Arbeitsaufwand für den Stifter und die Beratung mit sich bringt. Aus diesem Grund ist diese Form eher größeren Unternehmen zu empfehlen und für Stifter, die diese komplexe Zukunftsplanung mit gleichzeitigem Augenmerk auf die Gemeinnützigkeit umsetzen wollen. Weiterführende Informationen zur Doppelstiftung finden Sie hier. 


Die unternehmensverbundene Stiftung

Bei den unternehmensverbundenen Stiftungen sind grundsätzlich zwei verschiedene Stiftungstypen zu unterscheiden: die Unternehmensträgerstiftung und die Beteiligungsträgerstiftung.

 

Die Unternehmensträgerstiftung betreibt ein Unternehmen selbst. Diese Variante ist nicht flexibel und daher in der Praxis sehr selten anzutreffen. Die Grundlage für Unternehmensträgerstiftungen sind die gesellschaftsrechtlichen Bestimmungen, die gegenüber den stiftungsrechtlichen Besonderheiten weniger Planungssicherheit bieten.

Die Beteiligungsträgerstiftung dagegen hält lediglich Beteiligungen an Personen- bzw. Kapitalgesellschaften. Diese Konstellation findet sich häufig im Zusammenhang mit Familienstiftungen. Im Gegensatz zu den Unternehmensträgerstiftungen bieten sie mehr Handlungsspielraum und Flexibilität. Wichtig ist hierzu allerdings eine gute rechtliche Gestaltung insbesondere der Satzung, damit die Unternehmensform erhalten bleibt.

 

Die Zwecke von Beteiligungsträgerstiftungen sind häufig von dem Stifterwillen geprägt, Arbeitsplätze zu schaffen oder besondere Mitarbeiterleistungen zu honorieren. Ihre langfristig wichtigste Funktion ist die geregelte Unternehmensnachfolge. Unabhängig vom finanziellen Aspekt stellt in vielen Unternehmerfamilien die gemeinsame Schaffung und Bewahrung des Familienbetriebes eine wichtige Grundsäule des familiären Zusammenlebens dar. Ausführliche Informationen zur unternehmensverbundenen Stiftung finden Sie auch hier

 


Die öffentlich-rechtliche Stiftung

Die öffentlich-rechtliche Stiftung ist eine Person des öffentlichen Rechts. Sie verfolgt ausschließlich öffentliche Zwecke. Organisatorisch ist sie eng mit dem Staat verknüpft, der Gemeinde, dem Gemeindeverband oder einer sonstigen Körperschaft oder Anstalt des öffentlichen Rechts. Aus dieser engen Verflechtung ergibt sich, dass keine Stiftungsorgane bestellt werden müssen.

 

Wie bei der rechtsfähigen Stiftung des Privatrechts muss auch die öffentlich-rechtliche Stiftung eine Satzung aufweisen. In dieser Satzung müssen der Stiftungszweck und die Stiftungsmittel aufgeführt werden.

Auch bei der öffentlich-rechtlichen Stiftung besteht die Möglichkeit der Steuervergünstigung, soweit die Stiftung gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgt. Dies setzt wiederum voraus, dass keine eigenwirtschaftlichen Zwecke angestrebt werden.


Die Bürgerstiftung

Eine Bürgerstiftung bezeichnet die Repräsentation bürgerschaftlichen Engagements und stellt eine Sonderform der steuerbefreiten Stiftung dar. Sie ist eine Stiftung von Bürgern für Bürger und dabei insbesondere für die Förderung kultureller, sozialer oder ökologischer Zwecke auf einem lokal begrenzten Raum aktiv.

 

Die Bürgerstiftung zeichnet sich dadurch aus, dass nicht allein der finanzielle Zuwachs entscheidend ist, der meist durch Spendengelder erreicht wird, sondern der Wert der Stiftung auch einen ideellen Charakter zeigt: Oft beteiligen sich an einer Bürgerstiftung Mitbürger, die den helfenden Gedanken gemeinschaftlich unterstützen möchten und sich durch die Investition von Zeit, Arbeitskraft oder Ähnlichem einbringen.

 

Rechtlich mit Vorsicht zu betrachten ist die Bürgerstiftung jedoch, wenn es um ihre Zukunftssicherheit geht. Da die Bürgerstiftung keine festen Mitglieder oder Gesellschafter umfasst, kann die Zahl der sich Beteiligenden so groß werden, dass die Gefahr der Annäherung an einen Verein besteht. Durch die beliebige Austauschbarkeit der Mitglieder ist voraussehbar, dass der ursprüngliche einheitliche Stifterwillen nach und nach verwässert wird. Deshalb ist eine Bürgerstiftung nicht als die effizienteste Stiftungsart zur Verfolgung eines Zwecks anzusehen.


Der Stiftungsverein

Die Verwirklichung eines Stifterwillens ist auch mithilfe eines eingetragenen Vereins möglich, für den im stiftungsrechtlichen Sinn eine entsprechende Vereinssatzung ausgestaltet wird. Rechtsfähigkeit erlangt der so entstandene Stiftungsverein durch die Eintragung ins Vereinsregister und den Gründungsvertrag.

 

Wie bei einer Bürgerstiftung besteht auch hier die Gefahr, dass eine große Mitgliederzahl in Verbindung mit einer hohen Fluktuation zu einer schrittweisen Änderung der ursprünglichen Vereinsziele führt. Ein Verein bietet in dieser Hinsicht nicht die nötige Sicherheit, die eine Satzung vor der Änderung durch die Mitglieder bewahren könnte.


Die Stiftungs-GmbH / Stiftungs-AG / Stiftungskapitalgesellschaft

Bei den Stiftungskapitalgesellschaften wie der Stiftungs-GmbH oder der Stiftungs-AG ist zur Errichtung keine staatliche Anerkennung nötig. Diese Stiftungsformen stehen nicht unter staatlicher Stiftungsaufsicht. Durch einen nicht anhand der Stiftungsform vorgegebenen Zweck können diese Stiftungsarten auch gemeinnützig tätig sein.

Sie unterliegen rechtlich dem Gesellschaftsrecht, das auf die jeweilige Gesellschaftsform anwendbar ist. Dies bietet größere Flexibilität. Allerdings gibt es auch hier Aspekte, die berücksichtigt werden müssen: Die Stiftungs-GmbH oder die Stiftungs-AG ist vom Willen der Gesellschafter abhängig und kann aus diesem Grund eine dauerhafte Zweckverfolgung nicht garantieren.

 

Das Gesellschaftsrecht bietet zwar große Gestaltungsfreiheit, doch zugleich liegt darin die Möglichkeit, jede noch so ausgefeilte detaillierte Satzung durch einen gemeinschaftlichen Beschluss aller Gesellschafter ohne Weiteres aufzuheben. Insbesondere im Hinblick auf eine dadurch fehlende langfristige Planungssicherheit und Beständigkeit des Unternehmens über den Tod eines Stifters ist diese Stiftungsform kritisch zu hinterfragen. 

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Die Zustiftung

Die Zustiftung ist hier der Vollständigkeit halber zu nennen, da ihr Wortlaut oftmals den Eindruck erweckt, es handele sich um einen weiteren Stiftungstyp. Das ist eine Zustiftung aber nicht. Der Begriff bezeichnet vielmehr solche Vermögenswerte, die in eine Stiftung eingebracht werden, um den Grundstock zu erhöhen. Dieser Vorgang geschieht üblicherweise unentgeltlich.

 

Davon abzugrenzen ist die Spende an die Stiftung, die nicht grundstockerhöhend wirkt, sondern das Verwaltungsvermögen mehrt. Verwaltungsvermögen bezeichnet die Vermögenswerte, die unmittelbar durch die Stiftung verbrauchbar sind.


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